22 Nov 2015
SONY DSC

Ein Punkt im Schwarzwald

Schwenninger Wild Wings – Iserlohn Roosters 4:3 n.V. (2:0/1:1/0:2)

Villingen-Schwenningen – Es war das erwartet schwere Match. Nach einem 0:3-Rückstand beim hart arbeitenden Drittletzten der Tabelle kämpfte sich das Team vom Seilersee zurück ins Match und musste sich in der Verlängerung geschlagen geben.

Schlecht war das erste Drittel der Sauerländer im Schwarzwald nicht. Trotzdem lagen sie nach 20 Minuten 0:2 hinten. Beide Gegentreffer waren das Resultat von 60 Sekunden in den beiden Schlussminuten, als Danner vom Außenrand des linken Bullykreises mit einem Schuss unter die Latte traf und die Roosters bei Hults 2:0 die Zuordnung in der Defensive vermissen ließen (19./20.). Ein Zwischenergebnis, das ärgerlicher kaum sein konnte, denn das Pasanen-Team war nicht nur aufgrund ihrer sieben Minuten dauernden Überzahlsituationen, Brown kassierte nach einem Check von hinten gegen Friedrich eine Spieldauerdisziplinarstrafe, die bessere Mannschaft. Schon vorher hätten Caporusso und Macek zur Führung treffen können, scheiterten aber, wie ihre Mannschaftskollegen später, am überragenden Schwenninger Goalie Joe MacDonald, der schlicht über sich hinauswuchs. Immer wieder stoppte der Neuzugang die ideenreich vorgetragenen Angriffe der Blau-Weißen, die aber in der letztendlichen Konsequenz nicht kaltschnäuzig genug vorgetragen wurden. Auch körperlich waren die Wild Wings den Waldstädtern einen Hauch zu präsent. York und Co. fanden nicht in ihr Spiel, das immer wieder von den rustikal auftretenden Gastgebern durchkreuzt wurde.

Der Mittelabschnitt, 82 Sekunden gespielt – 3:0 (22.). Dupont musste wegen eines Haltens auf die Strafbank. Pikkarainen schoss von der blauen Linie, die Scheibe tropfte im Slot ab, Danner sicherte sich den Nachschuss, traf zum zweiten Mal an diesem Nachmittag für die Gastgeber. Ein erneuter Rückschlag für den IEC, den die Jungs aber schnellstens vergessen machen wollten. Plötzlich waren die Sauerländer da, aggressiv, läuferisch und spielerisch besser, verbuchten schnell durch Raymond den Anschlusstreffer und waren endlich im Match (24.). Auf und ab wogte in den Folgeminuten die Partie, die Roosters erhöhten den Druck, fingen sich gelegentliche Konter, waren aber auf dem Weg zur Wende. Dann die 32. Spielminute: Ross unterlief Schmölz, der hochstieg, um einen Puck zu fangen und aufs Eis stürzte. Die Wild Wings-Spieler analysierten die Situation falsch, stürzten sich auf Ross. Torhüter MacDonald und Schmölz selbst kassierten Spieldauer-Disziplinarstrafen, Ross, der sich wehrte, ebenfalls. Minutenlang war die Partie unterbrochen und damit auch der Lauf der Iserlohner. Die waren anschließend, weil auch Lavallée Strafminuten aufgebrummt bekam, zunächst in Unterzahl, trafen aber auch in einer späteren Powerplayminute nicht zum direkten Anschlusstreffer. Ungenutzt verstrichen auch die letzten drei Minuten des zweiten Drittels. Schwenningens Fleury musste wegen eines hohen Stocks gegen Caporusso mit einer weiteren Spieldauer vom Eis.

Zwei Minuten blieben so den Blau-Weißen zu Beginn des Schlussdrittels in Überzahl, aber auch diese wussten sie nicht zu nutzen. Es fehlte am Feintuning, am Scheibenglück, auch ´Fünf-gegen-Fünf`. Ja, die Roosters hatten ihre Gelegenheiten, brauchten aber bis zur 50. Spielminute, um aus dem Slot zum 2:3 zu treffen. Caporusso sah die Scheibe Zentimeter hinter sich, lehnte sich weit zurück, holte aus und traf. Petersen nahm kurz danach eine unnötige Zwei-Minuten-Strafe in der Stastny, die Scheibe über die Linie brachte – Videobeweis. Der fiel zugunsten der Sauerländer aus, weil die Unparteiischen auf Torraumabseits erkannt hatten. Als das Team wieder komplett war, hatten sie noch sechs Minuten Zeit für den Ausgleich. 4:30 Minuten vor dem Ende kassierten die Schwenninger eine Unterzahl wegen Spielverzögerung. Sollte doch eine Unterzahl die Roosters zurück ins Match bringen? Die Antwort lautete: Ja! Ein Schuss von Bobby Raymond fand den Weg ins Tor zum 3:3 (57.). Obwohl Pasanen anschließend seine Auszeit nahm, vier Stürmer aufs Eis schickte, blieb den Sauerländern der Siegtreffer in der regulären Spielzeit versagt. Es ging in die Verlängerung, die fast um war, als Rome einen Pass an den rechten Pfosten des Iserlohner Tores spielte und Stastny völlig freistehend die Lücke zwischen Pfosten und Schoner von Lange fand. Damit war die Partie entschieden. Die Roosters verloren zum fünften Mal in dieser Saison in Overtime bzw. Penaltyschießen.

 

Die Statistik:

Wild Wings: MacDonald (ab 31:27) – Pikkarainen, Hunkes; Bender, Goc; Brückner, Pelech; Trivellato – Acton, Fleury, Hult; Rome, Brown, Kurth; Danner, Schlager, Schmölz; Stastny, Ritter, Pohl

Roosters: Lange – Button, Teubert; Côté, Lavallée; Orendorz, Raymond; Périard – York, Connolly, Dupont; Jaspers, Caporusso, Macek; Bassen, Ross, Petersen; Friedrich, Sylvester, Blank

Schiedsrichter: Aicher (Rosenheim), Vogl (München)

Tore: 1:0 (18:55) Danner (Schlager, Hunkes), 2:0 (19:55) Hult (Fleury, Rome), 3:0 (21:22) Danner (Pikkarainen/5:4), 3:1 (23:31) Raymond (Connolly, York), 3:2 (49:01) Caporusso (Jaspers, Macek), 3:3 (56:29) Raymond (Button/5:4), 4:3 (64:38) Stastny (Rome)

Strafen: Wild Wings: 30 + Spieldauer (Brown, Schmölz, MacDonald, Fleury); Roosters: 23 + Spieldauer (Ross)

Zuschauer: 3.525