13 Dez 2015

Das ist Charakter!

Kölner Haie – Iserlohn Roosters 4:3 n.P. (1:2/2:0/0:1/0:0

Köln – Nach einer grandiosen kämpferischen Leistung verdienen sich die Iserlohn Roosters im ersten Derby gegen die Kölner Haie einen wichtigen Punkt, müssen nach Penaltyschießen allerdings eine Niederlage hinnehmen. Schlimmer als das ist allerdings die Tatsache, dass sich Caporusso und Connolly am Knie verletzten und die Roosters 50 Minuten mit drei Reihen spielen mussten. Das aber machte das Team bravourös.

Dass mit Anfangsdruck der Haie zu rechnen sein würde, war klar, dass er nur rund zehn Minuten halten würde, war überraschend. Zwar führten die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt mit 1:0, der Führungstreffer war allerdings mehr dem Durchsetzungswillen des Torschützen Marcel Ohmann zu verdanken, als dem Zusammenspiel des gesamten Teams (10.). Er zog nach einem Pass von Umicevic vor das Tor von Mathias Lange, hängte Côté ab und ließ dem Iserlohner Goalie keine Chance. Die Antwort der Sauerländer ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Falks Hinausstellung wegen Hakens nutzte Raymond nur 82 Sekunden später zum Ausgleich (11.). Wesslau hatte beim Schuss des schnellen Verteidigers keine Chance. Es war ein Treffer, der den Blau-Weißen unglaublichen Auftrieb gab. In den Folgeminuten drückte nur der IEC, erkämpften sich die Blau-Weißen Scheibe um Scheibe. Das galt in der 14. Minute auch für das Trio York, Friedrich und Blank. Trotz eines verlorenen Bullys im Haie-Drittels erarbeiteten sich die Roosters die Scheibe, brachten sie vor das Tor von Wesslau, wo Friedrich dem schwedischen Goalie keine Chance ließ. Besonders bemerkenswert, diesen Druck machten die Roosters mit drei (!) Reihen, denn Connolly und Caporusso mussten mit vermuteten Knieverletzungen schon früh in die Kabine. Eine genaue Diagnose gab es am Abend nicht mehr.

Dass sich die Partie nach dem Mittelabschnitt gedreht hatte, Köln mit 3:2 führte, war ein wenig dem Pech der Roosters und der Tatsache geschuldet, dass dem Pasanen-Team insbesondere in den letzten drei, vier Minuten sichtlich die Kräfte ausgingen. Ohne die beiden Verletzten standen den Coaches gerade zehn Stürmer zur Verfügung und denen gingen, auch aufgrund des langen Wechselns im zweiten Drittel, die Körner aus. Deshalb fiel Kölns dritter Treffer durch Hager. Drei Mal versuchten die Sauerländer die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu bringen, schafften es aber nicht. Gogulla bekam die Scheibe auf den Schläger, spielte den halbhohen Pass, den Hager aus der Luft, freistehend, ins Tor brachte (38.). Glück hatten die Kölner auch beim frühen Ausgleich, als Jones´ Pass ins Slot abgefälscht zum 2:2 ins Iserlohner Tor ging (25.). Lalonde traf zwischendrin für die Haie noch den Pfosten, aber auch die Roosters hatten ihre Gelegenheiten durch Jaspers, eine Powerplay-Torchance durch Raymond oder eine gute Friedrich-Aktion, allerdings nicht das Glück jubeln zu dürfen. Es war kein schlechtes Drittel des IEC, die Haie aber hatten einfach etwas mehr Fortune.

Bemüht starteten die Roosters auch in den Schlussabschnitt. Die drei Pasanen-Reihen versuchten möglichst schnell den Anschlusstreffer zu erzielen, zu einem Zeitpunkt, an dem noch möglichst viel Kraft zur Verfügung stand. Deshalb rackerte der IEC, stand gut in der eigenen Zone und brachte den Puck immer wieder schnell nach vorn. Das galt auch für die 48. Minute, als das Team vom Seilersee wieder im Angriff war, nach einem verunglückten Befreiungsschlag der Haie erneut die Scheibe erarbeitete und Jaspers und Macek den Puck zum völlig frei stehenden Neuzugang Hamill brachten, der halbhoch gegen Wesslau zum Ausgleich einnetzen konnte. Nach dem Tor waren die Sauerländer in der extrem stillen Kölnarena die bessere Mannschaft. Hamill, Friedrich und Bassen hatten weitere hochkarätige Chancen und die Führung auf dem Schläger, brachten den Puck aber nicht über die Linie. Doch auch der Punktgewinn geriet noch einmal in Gefahr: Hamill kassierte 1:58 Minuten vor dem Ende eine Strafe wegen Haltens. Die Roosters rackerten, brachten 73 Sekunden von der Uhr, als Blank aus der eigenen Zone zum Konter starten wollte, gefoult wurde, aber der Arm der Unparteiischen unten blieb. 45,7 Sekunden standen zu diesem Zeitpunkt noch auf der Uhr. Doch dank eines gewonnen Bully und tollem Kampf rettete sich der IEC in die Verlängerung – verdiente sich schon Mal einen Punkt. In die Verlängerung starteten die Sauerländer in Überzahl, hatten 1:57 Minuten Zeit zur Entscheidung, verpassten aber diese Chance. Weil auch im weiteren Verlauf keine der beiden Mannschaften traf, ging es ins Penaltyschießen, indem Hamill und Jaspers für die Roosters skorten, die Haie aber in der vierten Runde, weil Hamill nicht traf, Aslund allerdings schon, eine Niederlage kassierten. Trotzdem war es aus Roosterssicht eine tolle kämpferische Leistung.

 

Die Statistik:

Haie: Wesslau – Lalonde, Eriksson, Müller, Faber, Lüdemann, Zerressen – Hager, Gogulla, Jones; Falk, Salmonsson, Uvira; Weiß, Aslund, Umicevic; Stephens, Ohmann, Boucher

Roosters: Lange – Button, Raymond; Côté, Teubert; Périard, Lavallée – York, Friedrich, Blank; Jaspers, Caporusso, Macek; Hamill, Ross, Dupont; Bassen, Connolly, Shevyrin

Schiedsrichter: Piechaczek (Landsberg), Schütz (Rosenheim)

Tore: 1:0 (09:32) Ohmann (Umicevic), 1:1 (10:54) Raymond (Button, York/5:4), 1:2 (13:22) Friedrich (Blank, York), 2:2 (24:20) Jones; 3:2 (37:57) Hager (Gogulla), 3:3 (48:42) Hamill (Jaspers, Macek), 4:3 (65:00) Aslund (PS)

PS: Eriksson (1:0), Hamill (1:1), Salmonsson (an TW), York (an TW), Gogulla (2:1), Jaspers (2:2); Hamill (verschießt), Aslund (3:2).

Strafen: Haie: 8; Roosters: 4

Zuschauer: 9.807