22 Dez 2015
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Ein gebrauchter Abend!

Thomas Sabo Ice Tigers – Iserlohn Roosters 9:3 (1:0/5:2/3:1)

Nürnberg – Zwei Tage vor dem Heiligen Abend kassieren die Iserlohn Roosters in Franken die höchste Niederlage der Saison und die dritte gegen die Ice Tigers in dieser Spielzeit. Nach einem Check an der Bande von Ice Tiger Oblinger musste Michel Périard im letzten Drittel ins Krankenhaus gebracht werden. Eine genaue Diagnose gibt es noch nicht.

Nürnberg vs. Roosters – elf der letzten 14 Partien endeten mit nur einem Tor Unterschied, fünf der letzten sechs Matches gingen in Verlängerung oder Penaltyschießen. So eng, wie es statistisch zuletzt zwischen beiden Teams zuging, war es auch zu Beginn des Abends. Beide Mannschaften mühten sich die neutrale Zone abzusichern, sorgten damit nicht für einen zuschauerfreundlichen Schlagabtausch, sondern für geordnete Defensive. Zugegeben, die Roosters hatten in den ersten sechs, sieben Minuten mehr Nürnberger Gäste in der eigenen Defensivzone als ihnen lieb gewesen sein dürfte, anschließend steigerte sich das Team vom Seilersee, fand in ein richtig gutes Auswärtsmatch hinein, in dem sie allerdings trotz vier Minuten dauernder Überzahl und 14:10-Schüssen auf den Kasten von Nürnbergs Goalie Tyler Beshkorowany mit 0:1 zurücklagen. Ursächlich dafür waren ein Nürnberger Turnover und Schiedsrichter Winnekens. Der stand im Iserlohner Defensivdrittel, fälschte einen York-Pass vor dem Tor zu den Ice Tigers ab, die im zweiten Nachschuss von Reinprecht den sicheren Chet Pickard überwinden konnten. Dieses 0:1 hätte auch nach sechs Minuten schon einmal fallen können, als Joslin nach einem Iserlohner Scheibenverlust den Puck auf Segal passte, Pickard aber keine Lust auf Gegentore hatte. Die Roosters entwickelten ihre beste Phase in den letzten sieben Minuten des Auftaktdrittels, hatten mit Dupont, Jaspers und Macek gute Schuss- und Reboundgelegenheiten, brachten aber die Scheibe nicht über die Linie. Klar aber war, würden sie dort weitermachen, würde sich das Spiel schon in die richtige Richtung entwickeln.

Das galt auch deshalb, weil der Gegner aus Franken gerade in den zurückliegenden Matches immer Probleme im zweiten Drittel hatte, dort deutlich mehr Gegentreffer kassierte, als in den Auftakt- oder Schlussabschnitten. Diese Serie aber sollte sich aus Roosterssicht nicht fortsetzen – leider. Trotz eines guten Starts kassierten die Waldstädter nach einem Raymond-Foul nicht nur die erste Unterzahl der Partie, sondern auch das 0:2 (26.). Reimer fand im Powerplay die Lücke. Anschließend hatten die Gastgeber das Momentum, erhöhten nach einer Defensivpanne und einem Fehler von Pickard zwischen den Pfosten auf 3:0 (32.). Pasanen nahm seinen Neuzugang anschließend nicht deshalb vom Eis, sondern weil er hoffte mit Mathias Lange einen neuen Akzent zu setzen, seine Jungs aufzurütteln. Es gelang nicht. Zwar hatte das Team nur drei Minuten später sogar die Chance in 45 Überzahl-Sekunden mit zwei Spielern mehr den Anschlusstreffer zu verbuchen, aber auch das misslang. Gerade als die Ice Tigers Heatley als vierten Mann wieder auf dem Eis hatten, starteten er und Stöckel einen Konter, verbuchten in einfacher Unterzahl das 4:0. Erneut Steckel und Segal erhöhten bis zur 39. Minute sogar auf 6:0. Die Roosters schienen am Boden, nutzten aber die Tatsache, dass die Franken, ob ihrer Überlegenheit, das Ende des Drittels verschliefen. Petersen und Button in der Schlusssekunde trafen aus dem Gewühl heraus zum 2:6 und ließen ein Eishockeywunder ein kleines Stück näher rücken.

Zu Beginn des Schlussabschnitts stand aber weniger der Sport als ein Check gegen Michel Périard im Mittelpunkt. Der wurde an der Bande von Oblinger zusammengefahren, blieb regungslos auf dem Eis liegen. Dass er trotzdem das Spielfeld auf eigenen Beinen verlassen konnte, war – nachdem auch Nürnbergs Mannschaftsarzt und die Sanitäter aufs Eis gekommen waren – eine ganz positive Überraschung, auch wenn eine genaue Diagnose an diesem Abend nicht mehr zu stellen war. Zurück im Match kassierten die Sauerländer in der 46. Minute bei doppelter Unterzahl, Teubert und Shevyrin saßen nach einer Doppelstrafe in der Kühlbox, durch Heatley das 2:7. Es war die endgültige Entscheidung. Nürnberg traf zwar noch im Doppelpack, Ross für die Roosters, so dass am Ende ein 3:9 zu Buche stand.

 

Die Statistik:

Ice Tigers: Beskorowany (ab 52:07 Lehr) – Printz, Borer; Joslin, Klubertanz; Martinovic, Nowak; Weber – Murley, Pfleger, Segal; Reinprecht, Buzas, Patrick Reimer, Steckel, Heatley, Pföderl; El-Sayed, Möchel, Oblinger

Roosters: Pickard (ab 32:04 Lange) – Button, Raymond; Périard, Teubert; Côté, Lavallée; Orendorz – York, Friedrich, Blank; Jaspers, Hamill, Macek; Bassen, Ross, Petersen; Sylvester, Dupont, Shevyrin

Schiedsrichter: Piechaczek (Landsberg), Winnekens (Berlin)

Tore: 1:0 (18:31) Reinprecht (Reimer), 2:0 (25:40) Patrick Reimer (Heatley, Reinprecht/5:4), 3:0 (31:35) Möchel (Oblinger, El-Sayed), 4:0 (34:24) Steckel (Heatley, Printz/4:5), 5:0 (36:20) Pföderl (Joslin, Reinprecht/5:4), 6:0 (38:02) Segal (Weber, Pfleger), 6:1 (38:28) Petersen (Périard, Bassen), 6:2 (39:59) Button (Macek), 7:2 (45:15) Heatley (Pföderl, Reimer/5:3), 7:3 (48:46) Ross (Bassen, Côté), 8:3 (50:28) Steckel (Nowak/5:4), 9:3 (52:07) Segal (Murley),

Strafen: Ice Tigers: 14 + 10 (Oblinger); Roosters: 14 + 10 (Côté)

Zuschauer: 4.245