29 Okt 2016
Foto: City-Press

Nürnberg hatte die Momente

Thomas Sabo Ice Tigers – Iserlohn Roosters 3:0 (0:0/3:0/0:0)

Nürnberg – Keine Punkte in Bayern. Auch im zweiten Auswärtsmatch müssen sich die Iserlohn Roosters geschlagen. Diesmal in Franken, beim Playoff-Viertelfinalgegner, hieß es nach 60 Minuten 0:3. Letztlich fehlte es an Durchsetzungskraft und offensiven Ideen, um die Gastgeber an diesem Abend in Gefahr zu bringen.

Nürnberg ist und bleibt ein schweres Pflaster für die Iserlohn Roosters. Das zeigte sich, trotz eines guten Starts am Abend einmal mehr. Die Sauerländer, die ohne Blaine Down (keine Gehirnerschütterung) ins Match gingen und auf zahlreiche angeschlagene Spieler zurückgreifen mussten, hatten dank Friedrich die erste gute Gelegenheit im Match, Jochen Reimer aber stoppte diesen ersten guten Angriffsversuch der Blau-Weißen. 60 Sekunden später, Scheibenkontrolle der Roosters in der eigenen Zone, Périard versucht den Aufbaupass, dabei zerbricht sein Schläger. Nürnberg nutzt die Gunst der Stunde, baut einen Angriff auf, Reinprecht kommt zum Abschluss, bringt die Scheibe über die Fanghand Pickards ins Tor. Schiedsrichter Willi Schimm entscheidet auf ´Torraumabseits`. Auch, wenn ein Nürnberger Schlittschuh im Torraum war, behindert wird Pickard nicht. Glück für den IEC, der in den Folgeminuten immer öfter in der eigenen Zone unter Druck steht. Ein Treffer will den Gastgebern aber nicht gelingen, auch nicht als Patrick Reimer gegen die zu tief stehenden Roosters zum Unterzahlkonter ansetzt. Der gute Pickard bleibt Sieger. Ein weiteres Mal rettet später Metall die Sauerländer vor einem Rückstand, die allerdings vor Drittelende ebenfalls mit Kahle und Blank Jochen Reimer prüfen, der mit zwei guten Saves den Rückstand seiner Mannschaft verhinderte.

Kraft und Glück machten den Unterschied im Mitteldrittel. Da versuchten sich die Sauerländer ähnlich defensiv, wie in den ersten zwanzig Minuten, kassierten aber Strafminuten, die ihnen zum Verhängnis werden sollten. Dziurzynski saß wegen Hakens draußen, als Jurcina und Kozek Dupuis in Szene setzten, die Scheibe auf die Torlinie brachten, von wo der Ex-Hamburger einen Schritt in Richtung blaue Linie machte und den Puck unter das Dach des Iserlohner Tores zirkelte. Orendorz musste Kozek decken, erkannte die Idee Jurcinas, machte sich auf den Weg zu Dupuis, kam aber zu spät. Treffer zwei der Gastgeber war noch einmal einer Idee des erst in der Saison verpflichteten Jurcinas zu verdanken, der die Scheibe hinter dem Tor gegen die Bande spielte, Möchel die Chance zum Rebound geben wollte, die Sauerländer in Person von Chet Pickard sie aber ins eigene Tor legten (33.). Sekunden vorher hatte Ross nach einem schönen Iserlohner Angriff mit einem Direktschuss nur den Pfosten getroffen. Spätestens jetzt sah man an der Körpersprache der Sauerländer, dass das Team an Selbstvertrauen eingebüßt hatte. Obwohl man noch eine weitere Unterzahl, teils sogar mit zwei Spielern weniger überstand, nagte der Zwischenstand am Selbstbewusstsein. Zudem spielten die Kräfte eine Rolle, war das Tempo auf dem Eis nicht mehr ganz so groß. Als dann auch noch Ehliz zum 3:0 für die Ice Tigers traf, waren die Roosters froh in der zweiten Drittelpause die Akkus aufladen zu können.

Bei Wiederbeginn hatte Cheftrainer Jari Pasanen den Torhüter gewechselt. Lange kam für Pickard zwischen die Pfosten. Zudem beorderte Pasanen Orendorz in den Sturm spielte fortan nicht mehr mit elf, sondern zwölf Angreifern, auch um Kräfte sinnvoll einzusetzen. Tempotechnisch steigerte sich der IEC, war öfter und länger im Drittel der Ice Tigers, schaffte es aber nicht diesen einen frühen Akzent samt Torerfolg zu setzen. Nürnberg spielte einfach, beschäftigte die Sauerländer, aber nutzte auch gern mal ein Icing, wenn die Gefahr zu groß zu werden schien. So brachten die Franken Minute um Minute von der Uhr und gewannen am Ende verdient. Hochkarätiges blieb den Sauerländern im Schlussdrittel verwehrt, auch wenn sie die deutlich dominantere Mannschaft waren.

 

Die Statistik:

Ice Tigers: Reimer – Festerling, Blacker; Syvret, Jurcina; Mebus, Teubert; Weber – Reinprecht, Ehliz, Reimer; Dupuis, Kozek, Segal; Steckel, Pföderl, Möchel; Buzas, Filin, Pfleger

Roosters: Pickard (ab 40:01)– Larsson, Pikkarainen; Fischer, Button; Milam, Périard, Orendorz – Jaspers, Jones, Bassen; Rallo, Ross, Wruck; Dziurzynski; Friedrich, Shevyrin, Blank.

Schiedsrichter: Schimm (Waldkraiburg), Hurtik (Bad Nauheim)

Tore: 1:0 (23:00) Dupuis (Kozek, Jurcina/5:4), 2:0 (32:30) Möchel (Jurcina), 3:0 (36:44) Ehliz (Reinprecht, Syvret)

Strafen: Ice Tigers: 8; Roosters: 12

Zuschauer: 5.110