29 Okt 2017
Foto: GEPA Pictures

Geiles Spiel, Jungs!

EHC Red Bull München – Iserlohn Roosters 1:2 (0:2/1:0/0:0)

München – Die Roosters ohne vier (Down, Costello, Blank & Kahle), gewinnen gegen München ohne acht Stammspieler mit 2:1, zeigen im ersten und letzten Drittel eine überragende Leistung und holen sich verdient sechs Punkte an einem Wochenende.

Viel besser kann man beim amtierenden Meister nicht in die Partie starten. Nach 20 Minuten führten die Sauerländer im Olympia-Eissportzentrum verdient mit 2:0, waren vielleicht nicht in jedem Moment die bessere Mannschaft, aber die effektivere. Insbesondere Mathias Lange im Tor zeigte eine hochkonzentrierte Leistung, hielt seinen Kasten, gemeinsam mit einer solide arbeitenden Defensive, sauber. München hatte Gelegenheiten, die beste im einzigen Überzahlspiel als Fischer auf der Strafbank saß und die Scheibe, gespielt von Jaffray, entlang der Torlinie lief, an den Innenpfosten krachte und nicht ins, sondern aus dem Tor kam (18.). Zuvor hatten sich die Gäste nach einem Leggio-Fehler, den Jaspers im Slot stehend abstauben konnte, die 1:0-Führung gesichert und nach genialer Vorarbeit von Combs durch Brown auch das 2:0 herausgespielt (10.). Insbesondere die Formation mit dem Kapitän, Brown und dem starken Combs machte einen richtig guten Job, allerdings immer wenn Red Bull in dieser Saison nach dem ersten Drittel 0:2 hinten lag, zeigte die Mannschaft von Don Jackson ein grandioses Comeback, gewann jede einzelne Partie.

Dass der Deutsche Meister konzentrierter aus der Kabine zurückkehren würde, war wenig überraschend. Insgesamt veränderte sich die Partie. München, jetzt näher am Gegner und offensiv engagierter, ließ weniger Chancen des Gegners zu. Aber auch die Roosters selbst gaben den Roten Bullen weniger Zeit in der Offensiv-Zone, um Hochkarätiges zu generieren. Leider leisteten sich die Roosters zwei weitere Fouls, die, geahndet von den guten Unparteiischen, München starke Powerplay-Minuten bescherten. Und schon das erste Überzahlspiel nutze der EHC. Turnbull saß draußen, als Aucoin schoss, Jaffray dem erneut starken Lange die Sicht nahm und die Gastgeber jubeln konnten. Nur Sekunden später waren die Iserlohner wieder mit einem Mann weniger auf dem Eis, diesmal aber hielt das Penaltykilling stand.
Ein Videobeweis stand am Beginn des Schlussdrittels. Turnbull hatte die Scheibe über die Linie ins Tor der Münchener gebracht, aus Sicht der Schiedsrichter, nach dem Studium des Videobeweises mit einer Kickbewegung. Deshalb erkannte das Unparteiischen-Gespann den Treffer nicht an. Einzig aus der Reverse-Kamera war zu erkennen, dass nicht der Schläger Turnbulls, sondern tatsächlich der Schlittschuh dem Puck die entscheidende Richtungsänderung gab (44.). Gleich anschließend hatte Brown per 1:0-Konter die Chance zum 3:1, scheiterte aber an Leggio. Seidenberg auf der anderen Seite scheiterte an Lange und schon früh im Drittel wurde klar, die Roosters wurden wieder agiler, beschäftigten den Gegner intensiver und überstanden so Minute um Minute. 6:26 Minuten hämmerte Pinizzotto einen Schlagschuss an den Iserlohner Pfosten – Münchens dickste Chance bislang im Schlussabschnitt. Vielmehr kam auch nicht von den Gastgebern. Zwar nahm Jackson kurz vor Schluss seinen Keeper vom Eis, drückte, noch mal aber ging die Scheibe an diesem Abend nicht über die Linie. So feierte Rob Daum sein erstes Sechs-Punkte-Wochenende und lässt über 700 Fans lautstark feiern.

Die Statistik:

Red Bull: Leggio – Abeltshauser, Boyle; Button, Joslin; Seidenberg, Laurindsen; Kettemer – Aucoin, Macek, Pinizzotto; Hager, Jaffray, Wolf; Kastner, Mayenschein, Mauer

Roosters: Lange – Fischer, Martinovic; Schmidt, Bonsaksen; Larsson, Eklund; Orendorz – Turnbull, Florek, Friedrich; Jaspers, Brown, Combs; Weidner, Bassen, Salmonsson; Shevyrin

Schiedsrichter: Hoppe (Bad Nauheim); Hunnius (Berlin)

Tore: 0:1 (03:53) Jaspers (Brown, Combs), 0:2 (09:21) Brown (Combs), 1:2 (30:01) Aucoin (Macek, Joslin/5:4)

Strafen: Red Bull: 2; Roosters: 6

Zuschauer: 4.830