31 Dez 2017
Foto:Christoph Jürgens

Gut gerutscht!

Krefeld Pinguine – Iserlohn Roosters 4:5 n.V. (1:1/0:1/3:2/0:1)

Krefeld – Die Iserlohn Roosters haben ihr letztes Spiel im Jahr 2017 gewonnen. Nach einem dramatischen Finish gewinnen die Sauerländer auf der Zielgeraden ein Match in dem es lange so wirkte, als würden sie keine Beine haben. Mit drei Reihen reichte es gegen den Westrivalen zum Erfolg. Schöner kann man sich aus dem Jahr nicht verabschieden.

„Das 1:1 nach dem ersten Drittel nehmen wir gern an“, sagte Co-Trainer Jamie Bartman nach den ersten 20 Minuten. Kein Wunder. Seine Mannschaft stand in der ersten Hälfte der Auswärtspartie unter Dauerdruck. Immer und immer wieder hatten die Blau-Weißen Probleme mit dem starken Forecheck der Pinguine, die mehr Schlittschuh liefen, alles in allem mehr wollten. Ein Treffer aber wollte den Schwarz-Gelben nicht gelingen, denn hinten hielt Mathias Lange seinen Kasten sauber. Zwar brauchte auch der Goalie der Sauerländer vier, fünf Minuten, um in die Partie hereinzufinden, kein Wunder nach fünf Partien Pause, dann aber wurde er zum sicheren Rückhalt. Das war auch nötig. Mit ihm überstanden die Roosters auch ihre erste Unterzahl, die Caporusso absitzen musste. Knapp anderthalb Minuten nach der Rückkehr des Kanadiers aufs Eis, war er es, der mit seinem fünften Saisontreffer für die etwas überraschende Führung des IEC sorgt. Fischer fand mit einem Kurzpass in die Mitte die Lücke, Caporusso machte allein mit der Scheibe ein paar Meter und hämmerte den Puck ins obere rechte Eck – keine Chance für Dimitrij Pätzold im Krefelder Gehäuse (14.). Doch nachdem Down die nächste Strafe kassierte, fand ein Traumpass von Umicevic den vor das Lange-Tor stürmenden Feser, der dem Iserlohner Goalie keine Chance ließ – 1:1 (19).

Ins Mitteldrittel starteten die Roosters in Überzahl. Müller saß nach einem Beinstellen auf der Strafbank und diese Möglichkeit nutzen die Waldstädter zur erneuten Führung. Kurz vor dem Ende der Strafe brachte Larsson die Scheibe zu Schmidt, der von der blauen Linie abzog. Pätzold ließ den Rebound zu, den Weidner nutzte und die Scheibe über die Linie brachte (22.). Endlich verbuchten die Sauerländer mal ein dreckiges Powerplay-Tor, so wie es in dieser Saisonphase andere Teams regelmäßig tun. Die Führung gab den Iserlohnern erneut Auftrieb, so avancierte das Daum-Team auch in den Folgeminuten zur besseren Mannschaft. Lange stoppte in der 30 Minute einen Konter von Umicevic, der nach einem durchwachsenen Wechsel und einer nicht tief genug gespielten Scheibe das 2:2 auf dem Schläger hatte. Anschließend blieb die Partie ausgeglichen, bevor Krefeld in der Schlussphase, auch aufgrund eines weiteren Powerplays, das die Sauerländer erneut überstanden, noch einmal deutlich mehr Druck entfachen konnte. Ärgerlich waren die Ausfälle von Friedrich und Down. Down bekam einen Puck in den Unterleib, Friedrich rutschte nach einem Zweikampf in die Bande, anschließend schwoll sein Knie an, so dass er nicht aufs Eis zurückkehren konnte.

So spielte Rob Daum im letzten Drittel nur mit drei Reihen, musste seine gesamte Offensive umbauen. Florek ging mit Brown und Weidner aufs Eis, Turnbull zwischen Salmonsson und Combs. Die Jaspers-Formation arbeitete unverändert weiter, Blank und Shevyrin kamen nicht zu weiteren Einsätzen. Die Umstellungen zwangen die Sauerländer sind neu auszurichten, was wenig verwunderlich, dem Spielfluss hinderlich war. So erarbeiteten sich die Pinguine mehr Möglichkeiten und den erneuten Ausgleich. Nach einem Bullygewinn schoss Trivellato von der blauen Linie, mit viel Verkehr vor dem Iserlohner Tor, ging die Scheibe ins obere rechte Eck (46.). 123 Sekunden jubelte der Neuzugang erneut. Wieder von der blauen Linie brachte er den Puck vor das Iserlohner Tor, Müller checkte Eklund genau in der richtigen Sekunde mit dem Schläger in den Rücken und der Puck landete im Tor – die Partie war gedreht. Zwar schauten die Unparteiischen auf den Videobeweis, der aber erlaubt es nicht, Strafen nachträglich auszusprechen. So lagen die Sauerländer hinten und mussten mit drei Reihen zurück in die Partie kommen. Als Umicevic 9:10 Minuten vor dem Ende die Scheibe erneut über die Iserlohner Torlinie bracht, führten die Pinguine mit zwei Toren. Wieder war ein Videobeweis vorausgegangen, diesmal mit der Frage, ob der über Lange gestürzte Müller den Iserlohner Keeper aktiv behindert hat. Die Bilder sagten ´Nein`, Krefeld führte 4:2. Die Entscheidung aber war noch nicht gefallen – ganz im Gegenteil. Erst Schmidt sorgt mit seinem Handgelenkschuss von der blauen Linie, der Floreks Rücken touchiert das 3:4 (55.) und 53 Sekunden vor Schluss fällt Combs nach einem Caporusso Schuss die Scheibe vor den Schlittschuh, er legt ihn sich auf den Schläger – Ausgleich. So retten sich die Sauerländer in die Verlängerung und in der bekommt Costello seine Chance durch die Krefelder Verteidigung zu tanzen, Pätzold zu verladen und zum Sieg zu treffen. Unglaublich!

 

Die Statistik:

Pinguine: Pätzold – Davis, St-Pierre; Seifert, Nordlund; Trivellato, Keussen; Faber – Pietta, Müller, Umicevic; Ness, Orendorz, Hofland; Feser, Trettenes, Schmanski; Gawlik, Miller, Grygiel

Roosters: Lange – Larsson, Orendorz; Eklund, Schmidt; Fischer, Martinovic; Shevyrin; Weidner, Florek, Friedrich; Down, Salmonsson, Combs; Jaspers, Costello, Caporusso, Turnbull, Brown, Blank

Schiedsrichter: Melia (Herne), Schütz (München)

Tore: 0:1 (13:01) Caporusso (Fischer, Martinovic), 1:1 (18:23) Feser (Umicevic, Davis/5:4), 1:2 (21:42) Weidner (Schmidt, Larsson/5:4), 2:2 (45:03) Trivellato (Ness), 3:2 (47:03) Trivellato, 4:2 (50:50) Umicevic (Müller), 4:3 (54:02) Schmidt (Brown, Florek), 4:4 (59:07) Combs (Caporusso, Costello/EN), 4:5 (62:22) Costello (Larsson, Brown)

Strafen: Pinguine: 6; Roosters: 6

Zuschauer: 6.345