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12. Mrz 2015

Niederlage in Spiel eins

ERC Ingolstadt – Iserlohn Roosters 4:3 (2:1/2:1/0:1)

Ingolstadt – Es war wieder ein enges Spiel zwischen zwei Kontrahenten, die sich schon in der regulären Saison wenig schenkten. Diesmal hatte der ERC Ingolstadt das bessere Ende für sich. Mit 3:4 mussten sich die Sauerländer dem amtierenden Meister geschlagen geben. Die gute Nachricht aber ist, trotz der guten Leistung ist im Roosters-Spiel noch Luft nach oben.

Der 1:2-Rückstand nach zwanzig Minuten – aus Roosterssicht ein Zwischenergebnis, mit dem die Mannschaft vom Seilersee leben konnte. Nervös und nach Rhythmus suchend starteten beide Teams nach zehn Tagen Ligapause ins Match. Dass jetzt kleine Patzer schon große Wirkung haben würden, war jedem klar. Teubert, seit Montagabend Vater einer kleinen Tochter, zeigte zuerst Nerven. Sein Passversuch aus der eigenen Zone landete auf der Tribüne – Strafe wegen Spielverzögerung. Nachdem die Roosters anfänglich keine Probleme mit dem Powerplay der Oberbayern hatten, fand Ross dann doch eine Lücke, schob die Scheibe zwischen Lange und rechtem Pfosten ein (3.). Der IEC, nicht geschockt vom frühen Rückstand, kam besser ins Match, Raedeke erzwang ein Schopper-Foul und damit das erste Powerplay. Das endete nur 23 Sekunden später mit blau-weißem Jubel und dem ersten Ausgleich. Whitmore, herausragend von Petersen in Szene gesetzt, schob die Scheibe an Meistergoalie Pielmeier vorbei ins Tor (8.). Mit dem nächsten Wechsel aber änderte sich der Charakter der Partie. Der Ausgleichstreffer wirkte wie ein Weckruf für den ERC, der plötzlich das druckvolle Spiel aufs Eis brachte, das man eigentlich schon von der ersten Minute von den Gastgebern erwartet hätte. Angriff auf Angriff folgte auf den Kasten von Mathias Lange, belohnt mit dem leider verdienten 2:1, erneut durch Ross, der einen Kohl-Schlagschuss von der blauen Linie unhaltbar abfälschte (19.). Die Sauerländer hatten in dieser Phase Probleme mit der Geschwindigkeit der Partie, bekamen die Scheibe nicht koordiniert aus der eigenen Zone. Jari Pasanen aber würde schon die richtigen Worte finden, hofften die ca. 300 mitgereisten Fans in der nicht ausverkauften Saturn-Arena.

Ihre Wünsche wurden erhört. In Drittel zwei starteten die Iserlohner deutlich konzentrierter in der Defensive, waren beweglicher und hatten deshalb kaum mehr Probleme mit dem ersten Pass. Ingolstadt wirkte dagegen schläfriger, stellte das beim Ausgleich unter Beweis. Zu viel Platz für Whitmore bescherte dem 30 Jahre alten US-Amerikaner freie Schussbahn, die er nutzte und die Scheibe unter die Latte zimmerte (25.). Dass es trotz der Spielentwicklung und des Ausgleichstreffers nach 40 Minuten 4:2 für die Gastgeber stand, war zunächst einem Defensiv-Fehler geschuldet. Ein viel risikoreich gespielter Pass aus der eigenen Zone wurde von Ross abgefangen, auf Brooks gepasst, der zum 2:3 traf (28.). Per Pfostenschuss drohten die Panther nur eine Minute später mit dem 4:2. Anschließend arbeiteten die Roosters wieder solide, wussten eine Überzahlsituation nicht zu nutzen und kassierten nach einem Foul die Strafminuten fünf und sechs. Auch hier hielten die Sauerländer zunächst ihren Kasten sauber, bis Taticek Hager ins Spiel brachte, der per Rebound auf 4:2 erhöhte. Die Roosters hatten noch 20 Minuten für einen Comeback-Versuch.

Die Ergebnis-Verwaltung des ERC gespickt mit gelegentlichen Kontern machte es den Roosters schwer das Momentum zurückzuholen. Bemüht arbeiteten sich die Sauerländer immer wieder in die Zone der Gastgeber, kreierten allerdings in den ersten zehn Minuten keine einfach herausgespielte, hundertprozentige Torchance. Lange hatte fast mehr zu tun als Pielmeier, die Angriffe der Bayern blieben gefährlich. Sechs Minuten vor dem Ende scheiterte Bassen mit einem Alleingang an Pielmeier, anschließend erhöhte das Team vom Seilersee den Druck, nahm eine Auszeit. 3:26 Minuten vor dem Ende Beinstellen gegen Ingolstadts Hager, die Roosters mit 6:4 Feldspielern und in der Hoffnung diese letzte Chance zu nutzen – es gelang – zum Teil. Foster verbuchte 94 Sekunden vor Schluss den Anschlusstreffer, zum Ausgleich aber reichte es nicht mehr, dafür war Ingolstadt den entscheidenden Tick zu clever. Nach Spiel eins liegen die Sauerländer in der Serie mit 0:1 hinten.

Die Statistik:

ERC: Pielmeier – Köppchen, Picard; Friesen, Schopper; Kohl, Brocklehurst; Krinthaler – Buck, Taticek, MacMurchy; Hahn, Laliberte, Greilinger; Ross, Boucher, Brooks; Hager, Gawlik, Szwez

Roosters: Lange – Sullivan, Liwing; Jares, Lavallée; Orendorz, Teubert – Raedeke, Wruck, Macek; York, Dupont, Petersen; Bassen, Connolly, Blank; Foster, Button, Whitmore

Schiedsrichter: Piechaczek (Landsberg), Aumüller (Planegg-Würmtal)

Tore: 1:0 (02:55) Ross (Hahn, Brocklehurst/5:4); 1:1 (07:34) Whitmore (Liwing, Petersen/5:4), 2:1 (18:47) Ross (Kohl), 2:2 (24:49) Whitmore (Connolly), 3:2 (27:00) Brooks (Ross), 4:2 (38:47) Hager (Taticek/5:4), 4:3 (58:26) Foster (6:4)

Strafen: ERC: 8; Roosters: 8

Zuschauer: 3.922

Fotoquelle: Stefan Bösl

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