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18. Feb 2020

Spieltag 46: Roosters @ Berlin

Allzu ausgelassen dürfte die Stimmung im Bus Richtung Bundeshauptstadt nicht gewesen sein, dazu waren die Eindrücke vom 2:4 gegen die Krefeld Pinguine am vergangenen Sonntag wohl noch zu frisch. Man hatte sich in einer Partie, in der man im ersten Drittel eigentlich alles im Griff hatte und auch verdient in Führung gegangen war, das Leben unnötig schwer gemacht: Erst eine Unaufmerksamkeit in den letzten Sekunden des ersten Drittels, dann ein zweites Drittel zum Vergessen – Konzentrationsschwächen wie diese ziehen sich durch die gesamte Saison der Roosters.

Deren Coach Jason O’Leary nimmt in derartigen Situationen seine Führungsspieler in die Pflicht: „Das darf uns nicht passieren, wir geben die Partie so aus der Hand und können dann nicht mehr zurückkommen.“ Von dieser Kritik nimmt er ausdrücklich seine jungen Spieler aus, die es zum wiederholten Male gut gemacht hätten – um am heutigen Abend bei den gut aufgelegten Eisbären (4:3-OT-Sieg gegen Mannheim am Sonntag) in Berlin etwas zu holen, muss es dann wieder im Kollektiv stimmen.

Dass die Moral der Mannschaft nach wie vor in Takt ist, zeigte am Sonntag der Einsatz, mit dem die Roosters das letzte Mal aus den Kabinen kamen und in Person von Jens Baxmann auch direkt den Anschlusstreffer erzielte. Die Besonderheit, bei einer Partie in Berlin in die Gästekabine zu gehen, ist auch bei dessen zweitem Auftritt an seiner alten Wirkungsstätte noch nicht komplett verflogen. Ein kleiner aber feiner Aspekt hätte das Gesamtpaket stimmig abgerundet: Baxmann wird am Freitag in Schwenningen sein 900. DEL-Spiel bestreiten. „Das in Berlin zu haben, hätte sicherlich Charme gehabt. Aber dazu war ich ein Spiel zu lange verletzt“, schmunzelt Baxmann.

Diese ganzen Themen sind allerdings höchsten Nebengeplänkel, denn Playoff-Ambitionen hin oder her – die Roosters haben im Saisonendspurt noch nicht in die Spur gefunden und sind langsam aber sicher fast schon zum Siegen verdammt, um einen vernünftigen Saisonabschluss hinzubekommen. Dass das in Berlin alles andere als einfach ist, zeigt nicht zuletzt die deutliche Niederlage, die die Roosters bei ihrem ersten Auftritt in der Bundeshauptstadt im November kassierten. Am Seilersee konnte man das Team von Trainer Serge Aubin allerdings auch bereits zwei Mal besiegen. „Berlin macht zuhause vom Start weg unglaublich Druck, da müssen wir dagegen halten“, sagt O’Leary. Er vertraut dem Kader des vergangenen Spielwochenendes, ob Anthony Peters wieder zwischen den Pfosten steht, ist noch offen. Der Kanadier kassierte zwar vier Gegentore, war allerdings gerade im zweiten Drittel auch zu oft auf sich allein gestellt.

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