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03. Feb 2023

Später Knockout: 1:2 gegen Düsseldorf

Iserlohn – West-Duell am 46. Spieltag in der ausverkauften BalverZinn Arena. Nach einem äußerst hart umkämpften und hochklassigen Duell müssen sich die Iserlohn Roosters der Düsseldorfer EG mit 1:2 (0:1/1:0/0:1) geschlagen geben.

Dier Sauerländer starteten von Beginn an mit viel Tempo, wollten die Gäste aus der Landeshauptstadt schon früh unter Druck setzen und in der eigenen Zone beschäftigen. Dazu etablierte das Team von Greg Poss, wie schon gegen Berlin, den etwas aggressiveren Forecheck, bei dem auch schon Mal zwei Iserlohner Stürmer hinter dem von Haukeland gehüteten DEG-Tor Druck auf den scheibenführenden Spieler machten. Eine frühe Überzahlmöglichkeit bereits nach zwei Minuten konnten die Hausherren nicht in ein Tor ummünzen, auch wenn sie die eine oder andere Gelegenheit besaßen, die beste durch Bailey, der an Haukelands Maske scheiterte (3.). Auch ein anschließender Alleingang von Daugavins endete an der Schulter des starken DEG-Keepers (5.). Nach einem starken Check von Rutkowski in der Rückwärtsbewegung, hatten dann Alanov und Eham eine kleinere Meinungsverschiedenheit, für die die beiten Streithähne für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nahmen. Diese Vier-Gegen-Vier-Situation sollten die Düsseldorfer für sich zu nutzen wissen: Zunächst hatte Poirier die beste Gelegenheit bis zu diesem Zeitpunkt für die Hausherren, als er von der linken Seite kommend vor das Düsseldorfer Tor zog und Richtung langes Eck marschierte, Haukeland im letzten Moment aber noch mit dem Schläger stören konnte (15.). So war es dann auf der Gegenseite Fischbuch, dieser zog aus dem linken Bullykreis ab und traf vorbei an Brown, der diesen Schuss blocken wollte, und Jenike im Tor des IEC zur Gäste-Führung (16.). Anschließend versuchten die Sauerländer wieder, ihr starkes Spiel aus den Anfangsminuten zu etablieren, setzten weiter auf Tempo und einen aggressiven Forecheck, bis Broda eine weitere Hinausstellung kassierte (18.). Doch, trotz zweier guter Schussgelegenheiten für die Rot-Gelben, sollte sich der IEC schadlos halten, da bereits 27 Sekunden später Eder eine weitere Hinausstellung wegen eines Stockchecks kassierte, sodass fortan erneut Vier-Gegen-Vier-Hockey gespielt wurde, etwas Nennenswertes sollte aber nicht mehr passieren. So ging es mit einem knappen 0:1 Rückstand in die erste Drittelpause.

Im Mittelabschnitt ging es immer noch schnell hin und her, wenngleich beide Teams das Tempo nun etwas reduzierten, die Neutrale Zone gut verteidigten, sodass sich das Spielgeschehen nun nicht nur häufiger zwischen Blauen Linien abspielte, sondern auch immer wieder Pässe im Mitteldrittel abgefangen wurden. Gerade an den Banden und in den Ecke wurde nun viel gearbeitet, war diese Partie ohnehin schon von der ersten Sekunde an sehr körperbetont, jedoch nicht unfair geführt worden. Dass die Emotionen in so einer Partie dennoch hochkochen – völlig normal. So auch nach einem intensiven Bandenzweikampf zwischen Bender und Schiemenz hinter dem Tor der Sauerländer. Der Iserlohner Verteidiger arbeitete hart, aber im Rahmen, gegen den Düsseldorfer Angreifer, was diesem dennoch missfiel. So bekam er wegen unnötiger Härte zwei Strafminuten aufgebrummt. In diesem Powerplay gewannen die Hausherren das Anspiel, hatten aber zunächst Schwierigkeiten, die Scheibe zu sichern und in die Aufstellung zu finden – Grund hierfür selbstredend die körperliche Gangart. Als es dem IEC dann aber gelang, die Scheibe zu transportieren, wegzubringen vom Druck der Gäste, hatte Bailey zentral von der Blauen Linie die Schussgelegenheit. Zunächst geblockt landete die Scheibe zunächst bei Daugavins. Dieser legte nochmal auf Bailey, diesmal in der halbrechten Position, ab, dieser nahm sich ein Herz und brachte die Scheibe hart auf das Tor. Womöglich im Verkehr vor Haukeland schlug der Puck zum verdienten Ausgleich im Kasten der Gäste ein (29.). Die Unparteiischen gingen noch einmal zum Videobeweis, gaben den Treffer aber schlussendlich, Poirier war der Torschütze. Die Roosters nutzten also wieder einen Überzahl-Moment, setzten die positive Entwicklung der letzten Wochen in den Special-Teams also auch an diesem Abend fort. Darauffolgend verlief die Partie nach altbekanntem Muster: Temporeich, mit viel Eishockey-Arbeit, sodass sich beide Teams größtenteils neutralisierten und größere Gelegenheiten ausblieben. Unter dem Strich ging das 1:1 Remis nach 40 gespielten Minuten auch vollkommen in Ordnung.

Den besseren Start in den Schlussabschnitt erwischten ohne Frage die Sauerländer hatten durch Rech gleich zweimal die Gelegenheit, zum ersten Mal an diesem Abend in Führung zugehen. Der Roosters-Stürmer scheiterte nach starken Einzelaktionen aber jeweils am gut aufgelegten Haukeland (42. und 44.). Auch Daugavins hatte per Tip-In das 2:1 auf der Kelle, verfehlte am langen Pfosten aber nur denkbar knapp. Und so glichen sich dann im weiteren Verlauf die Bilder: beide Teams scheuten das ganz große Risiko, spielten aber weiterhin ansehnliches, temporeiches Eishockey. Auch im dritten Drittel gab es nur ganz wenige Unterbrechungen und auch nur ganz wenige Chancen. Auf beiden Seiten. Die besten, wie bereits beschrieben, vergaben Daugavins und Rech gleich zu Beginn der letzten Minuten. Als dann Fischbuch eine Strafe im Offensivdrittel zog, bot sich erneut dem IEC die große Möglichkeit. Aber auch in dieser Situation leistete das Defensivteam guter Arbeit in der eigenen Zone. So brachten die Sauerländer zwar gute Scheiben auf das Tor und sorgten vor selbigem für Verkehr, einzig der Puck wollte nicht ein zweites Mal über die Linie. Auf der Gegenseite hatte dann auch die DEG, nach einer umstrittenen Strafe gegen Bender, die Möglichkeit, den Führungstreffer zu erzielen. Dies sollte aber erst in der Umstellungssituation nach dem Powerplay gelingen: Zitterbart zog von der Blauen Linie ab und die Scheibe flog durch den Traffic an Jenike vorbei ins Netz (56.). Das späte Aufbäumen des IEC wurde in den Schlussminuten allerdings jäh durch eine Hinausstellung in der offensiven Zone beendet, Barta war abgehoben. Erneut verteidigte man die Unterzahlsituation stark (57.), kam anschließend aber nicht mehr entscheidend in Scheibenbesitz, um die Gäste aus der Landeshauptstadt mit dem extra Angreifer noch einmal entscheidend unter Druck setzen zu können.

Unter dem Strich steht eine zweifelsohne bittere 1:2 Niederlage gegen eine an diesem Abend aber letztlich auch cleverere Düsseldorfer EG.

 

Aufstellung:

IEC: Jenike; Weitzmann – Ankert, Bender; Labrie, Ugbekile; O´Connor, Bigras – Brown, Poirier, Bailey; Daugavins, Cornel, Rech; Ziegler, Raedeke, Broda; Alanov, Streu, Rutkowski;

 

DEG: Haukeland; Hane – Järvinen, Kousa; Ebner, Zitterbart; Geitner, McCrea; Heinzinger – Gogulla, MacAulay, Harper; Ehl, Blank, Eder; Bittner, Barta, Fischbuch; Eham, Schiemenz, Borzecki;

 

 

Tore: 0:1 Fischbusch (Eder – 15:59 – EQ),1:1 Poirier (Bailey, Daugavins – 28:07 – PP1), 1:2 Zitterbart (Ebner – Fischbuch – 55:02 – EQ);

 

Schiedsrichter: Gofman, Polaczek – Otten, Ponomarjow;

 

Strafen:

IEC: 8

DEG: 10

 

Zuschauer*innen: 4967 (ausverkauft)

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