Die Iserlohn Roosters haben mit einem regelrechten Kraftakt nach zwei Toren von Colin Ugbekile im letzten Drittel den amtierenden Deutschen Meister Eisbären Berlin mit 4:3 besiegt.
Die Roosters erwischten einen ordentlichen Start in die Partie, auch wenn zunächst Jenike früh gegen Pföderl gefordert war. Kurz darauf setzte Törnqvist mit einem Bauerntrick das erste offensive Ausrufezeichen für den IEC. Berlin hatte in der Anfangsphase optisch leichte Vorteile, ohne daraus jedoch zwingende Chancen zu kreieren. Insgesamt blieb das Spiel bis zum ersten Powerbreak ereignisarm und ausgeglichen. Mit zunehmender Dauer nutzten die Roosters ihre Möglichkeiten konsequenter: Nach einer sehenswerten Kombination über Niehus und Camara schaltete Neumann aus dem Slot am schnellsten und brachte Iserlohn in Führung (9:28). Boland hätte wenig später sogar erhöhen können, verzog jedoch bei einer Breakchance. Die Eisbären versuchten in der Folge, mehr Druck aufzubauen, scheiterten jedoch immer wieder an einer stabilen Roosters-Defensive und einem aufmerksamen Jenike, der unter anderem einen Müller-Break sicher entschärfte. Effizient zeigten sich die Gastgeber erneut bei einem Bullygewinn von Törnqvist: Camara zog direkt ab und stellte auf 2:0 (16:26). Auch eine Unterzahlphase überstanden die Roosters schadlos, sodass es mit einer aufgrund der engagierten Spielweise nicht unverdienten Führung in die erste Pause ging.
Die Roosters wurden auch im zweiten Drittel zunächst defensiv gefordert und mussten früh in Unterzahl agieren. Berlin ließ die Scheibe im Powerplay gut laufen, doch die Iserlohner Defensive blieb aufmerksam und alles, was den Weg zum Tor fand, war sichere Beute für Jenike. Offensiv setzte Borzecki nach schöner Vorarbeit von Fischbuch ein Achtungszeichen, verpasste jedoch knapp. In Überzahl bot sich den Gastgebern anschließend selbst die Chance, den Vorsprung auszubauen. Die Roosters erspielten sich mehrere gute Abschlüsse, ließen jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen. Das rächte sich wenig später: Nach einer Unaufmerksamkeit in der Iserlohner Defensive nutzte Kirk eine Breakchance zum Anschlusstreffer (27:52). Berlin blieb am Drücker, hielt das Tempo hoch und kam durch Byron folgerichtig zum inzwischen hochverdienten Ausgleich (29:27). In der Folge übernahmen die Eisbären zunehmend die Kontrolle über das Spielgeschehen. Die Roosters waren meist mit Defensivarbeit beschäftigt und kamen nur noch sporadisch zu Entlastungsangriffen, einer davon resultierte in einem Abschluss von Ugbekile. Kurz vor der zweiten Pause setzte Kirk mit einem starken Solo inklusive Bauerntrick den nächsten Nadelstich und brachte Berlin erstmals in Führung (38:04). Nach 40 Minuten stand somit ein 2:3 auf der Anzeigetafel – ein Zwischenstand, der den Spielverlauf eines klar von den Gästen dominierten zweiten Drittels treffend widerspiegelte.
Im Schlussdrittel suchten die Eisbären zunächst den schnellen Zugriff. Eder hatte früh die große Ausgleichschance, doch Jenike war rechtzeitig unten und hielt die Führung fest. Die Roosters wirkten in der Anfangsphase bemüht, wieder Struktur in ihr Spiel zu bekommen, fanden offensiv jedoch lange keinen echten Rhythmus. Berlin kontrollierte die Partie über weite Strecken, hielt den IEC vom eigenen Tor weg und lauerte konsequent auf Fehler. Trotzdem arbeiteten sich die Roosters mit Einsatz und Geduld zurück ins Spiel. Und dann fiel der Ausgleich – ein wenig aus dem Nichts: Ugbekile zog von der blauen Linie ab, Cornel nahm Berlins Keeper Stemmer die Sicht – der Puck schlug zum 3:3 ein (50:58). In Überzahl bot sich den Gastgebern anschließend sogar die Chance nachzulegen, doch Berlin verteidigte das Powerplay konsequent. Kurz darauf verpassten Thomas und Camara mit guten Möglichkeiten die mögliche Führung. Berlin lauerte weiterhin auf den dann wohl entscheidenden Treffer, doch die Roosters-Defensive hielt stand und Jenike zeigte weiterhin eine starke Leistung. Die Entscheidung fiel dann auf der anderen Seite, erneut durch Ugbekile, der mit einem weiteren Schuss von der blauen Linie die Roosters spät in Führung brachte (58:37). Berlin nahm zwar noch den Goalie vom Eis, doch der IEC brachte den Vorsprung über die Zeit und feierte am Ende einen etwas glücklichen, insgesamt aber keinesfalls unverdienten Heimsieg.
IEC: #92 Jenike; #32 Hane – #79 Ugbekile, #56 Norell; #26 Niehus, #3 Wood; #15 Lassen, #55 Huss; #7 Radionovs – #10 Boland, #17 Salsten, #27 Thomas; #36 Camara, #22 Neumann, #11 Törnqvist; #29 Borzecki, #18 Cornel, #71 Fischbuch; #14 Saffran, #8 Geiger, # 63 Alberg
EBB: #1 Stettmer, #73 Neisse – #18 Müller, #5 Reinke; #56 Niemeläinen, #4 Smith; #40 Geibel, #12 Mik; #33 Leden – #95 Tiffels, #94 Kirk, #93 Pföderl; #92 Noebels, #23 Byron, # 9 Ronning; #10 Bergmann, #17 Dea, #74 Lancaster; #77 Hördler, #43 Eder, #38 Veilleux
Tore: 1:0 Neumann (Niehus, Camara – 9:28 – EQ), 2:0 Camara (Törnqvist – 16:26 – EQ), 2:1 Kirk (27:52, EQ), 2:2 Byron (Tiffels – 29:27 – EQ), 2:3 Kirk (Ronning – 38:04 – EQ), 3:3 Ugbekile (Fischbuch, Wood – 50:58 – EQ), 4:3 Ugbekile (Wood, Boland – EQ)
SR: MacFarlane, Kozari
Strafen: IEC 4, EBB 4
Zuschauer: 4592