Die Iserlohn Roosters haben nach einem 2:3 im Penaltyschießen bei den Kölner Haien ihren ersten Auswärtspunkt in dieser Saison geholt. Gleichzeitig wird sich das Team von Headcoach Stefan Nyman auch ärgern, dass nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung nicht noch mehr Zählbares heraussprang.
Die Roosters begannen bei den Kölner Haien mit dem ersten Torschuss der Partie: Quenneville probierte es mit der Rückhand, brachte aber nicht genug Druck hinter die Scheibe. Danach übernahmen die Hausherren das Kommando. Hane parierte gegen Müller, Fischbuch scheiterte nach einem Solo über links am Goalie der Gäste, und auch Bokk fand in Hane seinen Meister. Die Sauerländer waren defensiv stark gefordert, konnten sich aber immer wieder befreien. Nach vorne setzten sie vereinzelt Nadelstiche: Niehus zog von rechts an der blauen Linie ab, Juvonen ließ den Puck abprallen, doch im Slot stand aber kein Roosters-Spieler. Auf der Gegenseite setzte Kemiläinen einen Schuss von der blauen Linie links unten am Tor vorbei. Die Partie lief mit wenigen Unterbrechungen. Niehus scheiterte aus halblinker Position an Juvonen, und Thomas legte von hinter dem Tor in den Slot ab, wo Scott aber nicht an die Scheibe kam.
Insgesamt waren die Domstädter in den ersten 20 Minuten das aktivere Team, die Schlussphase des Drittels gehörte jedoch den Blau-Weißen. Das 0:0 zur ersten Pause haben sich die Gäste mit einem konzentrierten und engagierten Auftritt selbst erarbeitet.
Das Mitteldrittel begann nach Maß für die Roosters: Hollowell sah Johansson, der Krauß im Slot bediente, und dieser brachte den Puck zur durchaus verdienten Führung für die Gäste im Netz unter (22:01). Die Haie versuchten, ihre Angriffsbemühungen zu intensivieren, doch die Roosters-Defensive blieb konzentriert. Hollowell setzte einen Schuss knapp am Tor vorbei, und Boland verzog aus dem Slot. Zur Mitte des Drittels waren es die Roosters, die das Spiel nicht nur phasenweise bestimmten. Lobach umkurvte das Kölner Tor und legte ab auf Nättinen, der mit einem genialen Rückhandpass das Auge für Napravnik hatte. Der platzierte seinen Schuss genau unter der Latte und stellte auf 2:0 (28:28) – absolut verdient zu diesem Zeitpunkt.
Dann mussten die Sauerländer erstmals in Unterzahl ran. Hane rettete gegen Kammerer und Bokk, war aber bei Kemiläinens Schuss von der blauen Linie aus der Mitte machtlos – der Anschlusstreffer für die Domstädter (31:23). Es folgte eine erneute Überzahl für Köln, doch diesmal überstanden die Blau-Weißen das Penaltykilling schadlos. Im Fünf gegen Fünf waren weiterhin nur die Roosters spielbestimmend. Juvonen parierte nach einem Schuss von Johansson mit dem Schoner, sodass es mit einer 2:1-Gästeführung das zweite Mal in die Kabinen ging.
Die Anfangsphase des Schlussdrittels gehörte den Haien, die dabei aber keine zwingenden Abschlüsse verbuchen konnten. Dann zog Russell zum Tor, wurde nicht entscheidend gestört und wühlte den Puck irgendwie über die Linie. Der Videobeweis korrigierte die Entscheidung auf dem Eis, der Treffer wurde wegen Torhüterbehinderung nicht anerkannt.
Köln drückte weiter, doch Hane fuhr gegen Händel die Fanghand aus. Auf der Gegenseite konnte Krauß einen Schuss von Johansson nicht entscheidend abfälschen. Einen Iserlohner Konter konnten die Gastgeber nur auf Kosten einer Strafe unterbinden, doch anstatt einen entscheidenden Schritt Richtung Auswärtssieg zu machen, taten sich die Roosters schwer damit, in die Formation zu kommen und konnten keine zwingenden Abschlüsse kreieren. Unmittelbar nach Ablauf der Strafe musste die Kölner erneut in Unterzahl ran, aber es war das gleiche Bild – die gefährlicheren Aktionen hatten sogar die nun konternden Haie. Es fiel zwar kein Tor, aber die Haie nahmen den Schwung mit und belohnten sich durch Austin mit dem 2:2-Ausgleich (52:04). In der Endphase waren beide Teams immer mehr darauf bedacht, nicht noch den entscheidenden Treffer zu kassieren, das Spiel lebte von der Spannung. Hane parierte mit der Stockhand gegen Russell und stoppte kurz darauf ein Break von Bokk. Köln schoss aus allen Lagen, doch immer war bei Hane Endstation. Die leidenschaftlich verteidigenden Roosters hielten das Unentschieden, es ging es mit 2:2 in die Overtime.
Dort hatten beide Teams druckvolle Phasen, Hane rettete gegen Bokk, dann scheiterte Boland mit einem Break. Die beste Chance hatte Hollowell, nach feiner Thoams-Vorarbeit, doch die Entscheidung über den Zusatzpunkt sollte erst im Shootout fallen. Bokk verwandelt, Napravnik scheitert, MacLeod verwandelt und Juvonen sichert mit seinem Save gegen Quenneville den Zusatzpunkt für die Haie.
IEC: #32 Hane; #92 Jenike – #79 Ugbekile, #56 Norell; #57 Johansson, #81 Hollowell; #6 Panocha, #50 Spornberger; #18 Niehus – #10 Boland, #20 Scott, #27 Thomas; #16 Krauss, #14 Maier, 89 Quenneville; # 75 Napravnik, #15 Nättinen, #26 Lobach, #83 Bicker, #22 Neumann, #29 Borzecki
KEC: #30 Juvonen; #33 Wiens – #47 Vittamäli, #13 Kemiläinen; #57 Austin, #94 Press; #91 Müller, #7 Händel; #46 Niedenz – #92 Noebels, #89 MacLeod, #63 Russell; #15 Aubry, #81 Ljungh, #78 Bokk; #9 Kammerer, #21 Tyrväinen, #71 Fischbuch; #29 Fleischer, #19 Storm, #65 Münzenberger
Tore: 1:0 Krauss (Johansson – 22:01 – EQ), 2:0 Napravnik (Nättinen, Lobach – 28:28 – EQ), 2:1 Kemiläinen (MacLeod – 31:23 – PP1), 2:2 Austin (Noebels, Russell – 52:04 – EQ), 2:3 MacLeod (65:03, SO)
SR: Ansons; Cespiva
Strafen: IEC 4, KEC 4