29 Nov 2015
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Wir sind stolz!

Iserlohn Roosters – Adler Mannheim 2:3 n.P. (0:0/1:2/1:0/0:0)

Iserlohn – Was für ein grandioses DEL-Topspiel. Iserlohn und Mannheim schenkten den rund 4100 Zuschauern eine herausragende Leistung, den Sieg aber schnappte sich der amtierende Meister. Im Penaltyschießen holten die Adler zum zweiten Mal in dieser Saison den Zusatzpunkt am Seilersee. Am Ende aber bleibt vor allem eins: Stolz auf das eigene Team!

Manchmal braucht ein Spiel keine Tore, um besonders zu sein. Das traf auch schon auf die ersten zwanzig Minuten dieses Matches zu, in dem die Roosters die in sie gesetzten Erwartungen vollauf erfüllten. Vielleicht waren die Adler über das gesamte Drittel gesehen eine Nuance besser, körperlich präsenter, die Sauerländer aber machten aus ihren Möglichkeiten das Beste, waren gerade in den ersten zehn Minuten die bessere Mannschaft und hatten vor allem die besseren Chancen aus dem Spiel heraus. Caporusso hätte dank seines Tempos sein Team bereits nach 14 Sekunden in Führung bringen können, scheiterte aber am starken Dennis Endras im Mannheimer Tor. Insbesondere die Geschwindigkeit des IEC bereitete den Adlern auch im weiteren Verlauf die größten Probleme. Einziger Kritikpunkt: das Powerplay. Knapp viereinhalb Minuten hatten die Gastgeber mindestens einen Mann mehr auf dem Eis, brachten aber die Scheibe nicht über die Linie. Blank hatte die beste Chance, als er die Scheibe im Slot vor dem Tor stehend in der Luft abfälschte, aber an einem genialen Reflex von Endras scheiterte (5.). Button und Teubert hätten ebenfalls für das 1:0 sorgen können, aber auch hier war der Adler-Goalie zur Stelle. Aber auch auf der anderen Seite ließ die aggressive Defensive der Waldstädter, die keine einzige Strafsekunde kassierte, wenig zu, auch wenn Metropolit (8.) oder später Hospelt (15.) den sehr stabil spielenden Lange forderten. Ärgerlich: Schon früh im Spiel musste Nick Petersen nach einem Open Ice-Hit der Adler vom Eis. Zunächst hatte man die Hoffnung, dass der Topstürmer zurückkehren konnte, eine mögliche Innenbandverletzung, diagnostiziert in der Drittelpause, ließ keine Rückkehr an diesem Abend zu.

So fehlte der Topstürmer der Roosters auch in doppelter Überzahl gleich zu Beginn des Mittelabschnitts. Die hatte zwar schon in den Schlusssekunden des ersten Drittels begonnen, jetzt aber standen dem Pasanen-Team noch über 100 Sekunden zur Verfügung. Am Ende blieb Endras wieder Sieger, schafften es die Roosters mit der Powerplay-Formation von Jaspers nicht, den Puck ins Tor zu befördern. Erneut war eine Chance verstrichen und genau das darf in einem Spiel auf diesem Niveau eben nicht zu oft passieren. Wie effektiv die Mannheimer arbeiteten, sollte sich in der 25. Spielminute zeigen. Joudrey schoss von der blauen Linie, eine Zehntelsekunde später schlug die Scheibe abgefälscht hinter Lange ein – die Führung des Ligadominators. Genau auf diesem Weg, mit Schüssen von der blauen Linie, wollten die Adler erfolgreich sein. Auch wenn die Iserlohner den Mittelabschnitt zu passiv angingen, Mannheim generierte nicht das Momentum, der IEC ging seinen Weg. Als Rheault wegen unkorrekten Körperangriffs auf der Strafbank saß, Iserlohn zum fünften Mal im Powerplay auf dem Eis stand, gelang der Ausgleich. Sekunden nachdem Buttons Schuss am Außenpfosten abprallte, sah York Dupont, spielte einen Traumpass, den der Kanadier durch die Beine von Endras ins Tor hämmerte (33.). Nur anderthalb Minuten später aber lagen die Blau-Weißen schon wieder hinten. Auf eine Strafe wegen Stockschlagens gegen Caporusso erzielte das beste Powerplay der Liga den 2:1-Führungstreffer durch Hospelt, der einen Schuss, unhaltbar für Lange unter die Latte zog. Caporusso hatte im Zusammenspiel mit Macek später noch die Gelegenheit zum erneuten Ausgleich, im Mittelabschnitt aber war der Meister, nicht nur aufgrund der Anzahl und Qualität der Chancen, die etwas bessere Mannschaft. Trotzdem waren die Roosters nur ein Tor hinten.

Defensiv geprägt dann der Beginn des Schlussabschnitts. Eine frühe Überzahl wussten die Sauerländer nicht zu nutzen, hatten war mehrfach die Chance zum erneuten Ausgleich auf dem Schläger, allein die Perfektion im Abschluss fehlte für Button und Dupont (43.). Lautstark peitschten die rund 4.100 Zuschauer ihr Team in der Folgezeit immer wieder nach vorne, Mannheim ging auf Nummer sicher, wollte mit starkem Defensivspiel die Zeit von der Uhr bringen. Knapp acht Minuten vor dem Ende hatte Macek eine Konterchance, scheiterte an Endras. Da Hecht allerdings Jaspers Sekunden später ins Tor checkte, kassierte der Ex-NHLer zwei Minuten und die Roosters verbuchten im folgenden Powerplay den Ausgleich. Périard schoss von der blauen Linie, Jaspers fälschte ab (53). Mannheim überstand eine weitere Hinausstellung und die Roosters kassierten kurze Zeit später ihre erst zweite Unterzahl im Match. Caporusso checkte – von der Seite – seinen Gegenspieler an die Bande. Zum Glück für dieses Match verstrichen nach einem grandiosen Iserlohner Unterzahlspiel die Sekunden. Gerade als die Roosters wieder komplett waren, hatte Dupont in den Schlusssekunden noch die Chance zur Entscheidung, doch auch er scheiterte an Dennis Endras (59.). So endete zunächst die reguläre Spielzeit mit einer verdienten Punkteteilung.

Die Verlängerung: Macek spielte nur Sekunden nach Beginn einen Rückhandpass auf Jaspers – die riesige Gelegenheit zur Entscheidung. Dann drückte Mannheim. Macek musste wegen eines unglücklichen Beinstellens gegen den sich gut bewegenden Fischer vom Eis und die Adler hatten rund 2:10 Minuten vor dem Ende das nächste Powerplay. Weil die Roosters es im Slot erneut eng machten, Lange einmal gegen Akdag mit dem Schoner hielt, ging es zum zweiten Mal an diesem Wochenende ins Penaltyschießen. Hier schoss Caporusso am Tor vorbei, York und Blank scheiterten an Endras. Für die Mannheimer traf nur Tardif, aber das reichte zum Sieg.

Für die Roosters war es die erste Heim-Niederlage seit dem 30. Oktober, aber erneut verließen die Sauerländer nicht das Eis ohne zumindest einen Punkt mitgenommen zu haben.

 

Die Statistik:

Roosters: Lange – Côté, Raymond; Button, Teubert; Périard, Lavallée; Orendorz – Jaspers, Caporusso, Macek; York, Friedrich, Petersen; Bassen, Connolly, Dupont; Sylvester, Blank

Adler: Endras – Fischer, Richmond; Wagner, Carlie; Akdag, Bittner; Riefers – Hecht, MacMurchy, Kink; Metropolit, Buchwieser, Tardif; Hospelt, Rheault, Ullmann; Joudrey, Yip; Arendt

Schiedsrichter: Schukies (Herne), Schütz (Rosenheim)

Tore: 0:1 (24:58) Joudrey (Fischer, Yip), 1:1 (32:24) Dupont (York/5:4), 1:2 (33:56) Hospelt (MacMurchy, Akdag/5:4), 2:2 (52:57) Jaspers (Périard/Caporusso/5:4), 2:3 (65:00) Tardif (PS)

PS: Caporusso (vorbei), Buchwieser (vorbei), York (an TW), Tardif (1:0), Blank (an TW)

Strafen: Roosters: 12; Adler: 22

Zuschauer: 4.119