27 Jan 2016
Bild: ISPFD/Kölner Haie

Späte Entscheidung im Westderby

Kölner Haie – Iserlohn Roosters 2:0 (0:0/0:0/2:0)

Köln – Späte Tore haben immer eine verheerende Wirkung. Diesmal für die Iserlohn Roosters. Die kassieren vier Minuten vor Ende des Westderbys gegen die Haie einen Treffer durch einen abgefälschten Schuss von Moritz Müller, den Weiß unhaltbar für den starken Pickard in die Maschen lenkt. So verlieren die Sauerländer Spiel zwei in Folge und verpassen es erneut die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu übernehmen.

Das Ergebnis, ein 0:0-Unentschieden, stimmte nach den ersten zwanzig Minuten. Auch mit den herausgearbeiteten Chancen konnten die Sauerländer zufrieden sein: Bassen und Macek gleich zu Beginn, nach zwölf Minuten, Hamills Pass von der Außenbahn auf Connolly in der Mitte, außerdem York fünf Sekunden vor der Pausensirene mit einem leeren Tor. All das hätte zur Führung gereicht, Kölns Keeper Wesslau und ein bisschen Pech standen den Roosters im Weg. Kölns Torgelegenheiten waren zwar zahlreicher, Chet Pickard im Iserlohner Tor aber rettete nicht weniger als vier Mal, hauptsächlich nach Haie-Schüssen mit ganz viel Übersicht. Allein in den ersten drei Minuten hatten die Domstädter als drei hochkarätige Möglichkeiten. Grund dafür war das enorme Tempo, mit dem der Tabellenzwölfte gegen den Dritten ins Match gestartet war. Das Pasanen-Team hatte damit seine Schwierigkeiten, bekam zu oft die Scheibe nicht aus der eigenen defensiven Zone und machte sich das Leben damit selbst schwer.

Positiv, die Abwehr hielt weiter stand. Das tat sie auch im Mittelabschnitt, in dem die Kölner erneut ein Chancenplus verbuchten, die Roosters aber weiterhin dagegen hielten, keinen Treffer kassierten. Gogulla, Falk und Aslund prüften Pickard, Iserlohns Keeper aber hatte, frisch und ausgeruht ins Match gegangen, die vollkommene Kontrolle, rettete, wenn seine Vorderleute mal nachlässig waren. Hochkarätig Offensives der Sauerländer suchte man dagegen vergeblich. Auch in Überzahl generierten die Waldstädter wenig, wirkten unkonzentriert, was in Anbetracht des dritten schweren Spiels innerhalb von nur fünf Tagen auch kein Wunder ist.

Der Schlussabschnitt begann mit einer 94 Sekunden dauernden Überzahl für den IEC. Tore blieben dennoch Fehlanzeige. Das galt auch für das erste Haie-Powerplay – und zwar auf beiden Seiten. Erst Caporuso in der 46. Minute, dann Jaspers/Macek nur Sekunden später scheiterten in Unterzahl an Wesslau. Es waren die gefährlichsten Roosters-Momente der letzten anderthalb Drittel, die die Frage aufkommen ließen, ob daraus vielleicht ein Momentum zu kreieren sein könnte? Es gelang nicht. Auch eine zweite Unterzahl nach einem Périard-Foul überstanden die Iserlohner ohne Gegentor, arbeiteten sich in die letzten fünf Minuten, schienen jetzt plötzlich einen Hauch mehr Spielanteile generieren zu können. Dann dieser eine Moment. Bully im Drittel der Roosters, Schuss Moritz Müller, Weiß fälscht unhaltbar unter die Latte ab – 1:0 für die Haie und der Sieg. Trotz aller Bemühungen holen die Sauerländer diesen kleinen Vorsprung des Gegners nicht mehr auf, schaffen  den einen gefährlichen Moment, der sie zum Ausgleich führen könnte, nicht mehr. Salmonsson trifft dagegen 33,4 Sekunden vor dem Ende ins leere Roosters-Tor.

 

Die Statistik:

Haie: Wesslau – Zerressen, Faber; Müller, Lalonde; Lüdemann, Ankert – Falk, Salmonsson, Aslund; Hager, Gogulla, Jones; Latta, Ohmann, Boucher; Williams, Weiß, Umicevic

Roosters: Pickard – Button, Raymond; Côté, Lavallée; Périard, Teubert; Orendorz – York, Blank, Petersen; Jaspers, Caporusso, Macek; Bassen, Shevyrin, Sylvester; Hamill, Connolly, Friedrich

Schiedsrichter: Krawinkel (Moers), Schukies (Herne)

Tore: 1:0 (55:54) Weiß (Müller, Williams), 2:0 (59:26) Salmonsson (EN)

Strafen: Haie: 6; Roosters: 6

Zuschauer: 8.073