26 Feb 2016
SONY DSC

Gigantisch!

Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 4:3 n.P. (0:1/2:2/1:0/0:0)

Iserlohn – Comeback-Kids. Sie machen es wieder. Nach einem 0:3-Rückstand schaffen die Roosters die Sensation, gewinnen das Spitzenspiel gegen die Eisbären Berlin nach Penaltyschießen und machen das Viertelfinale endgültig perfekt.

Taktisch, defensiv, minimalistisch. So beschrieb Co-Trainer Jamie Bartman vor dem Match seine Erwartungen für das DEL-Topspiel und genau so kam es. Beide Teams konzentrierten sich vor allem auf die Defensivbewegung, versuchten ihre Defensivzone abzuschotten. Zunächst gelang es den Sauerländern das Bollwerk zu durchbrechen. Schon im ersten Wechsel hätte Teubert mit seinem Pass zu Caporusso für das Führungstor sorgen können. Letztlich lautete das Chancenverhältnis nach 20 Minuten: 3:2 für den IEC, leider aber führten die Eisbären zu diesem Zeitpunkt mit 1:0. Zieglers Treffer aus der 16. Spielminute fiel in eine Phase, in der die Roosters Probleme hatten , sich ins Drittel der Eisbären hineinzuarbeiten. Deshalb mussten sie defensiv mehr Arbeit verrichten, schauten im Moment des Berliner Torerfolgs mehr auf den Scheibenführenden Busch als auf Empfänger Ziegler, der am Außenrand des rechten Bullykreises zu viel Platz und keinen direkten Gegenspieler hatte und so flach treffen konnte. Dazwischen und danach folgten Möglichkeiten der Sauerländer durch Caporusso, Jaspers und Macek, die leider genauso wenig einbrachten wie das einzige Überzahlspiel der Blau-Weißen nach viereinhalb Minuten.

Abschnitt zwei begann mit Iserlohner Ernüchterung – auf den Rängen und auf dem Eis. Der Grund: zwei schnelle Gegentreffer der Berliner und kollektiver Schlaf des IEC. Erst Noebels nach einem Rebound von Lange, dann erneut Ziegler aus dem ´Traffic` heraus, da stand es nach vier Eisbären-Gelegenheiten und 147 Sekunden im zweiten Drittel 0:3 (22./23.). Binnen 67 Sekunden nutzten die Berliner zwei Momente, zwangen Jari Pasanen zur Auszeit und zum Torhüterwechsel. Lange ging vom Eis, Chet Pickard kam, um dabei zu helfen die Mannschaft wachzurütteln. Das gelang. Anschließend standen die Waldstädter wieder sicherer in der eigenen Defensive, erarbeiteten sich Möglichkeiten vor Vehanen, schafften es aber nicht, die Gäste zu Fehlern zu zwingen. Fünf Minuten vor Drittelende hätten die Eisbären nach einem Ausflug von Pickard sogar die Chance zum 4:0 gehabt, schafften es aber nicht die Scheibe über die Linie zu bringen. Das sollte sich in der 39. Minute rächen. Überzahl Roosters, Druck im Slot, plötzlich brachte Connolly die Scheibe über die Linie. Weil Jaspers im Torraum lag, entschieden die Unparteiischen auf Videobeweis und anschließend auf den Anschlusstreffer. Gleich im nächsten Angriffszug stoppte Machacek einen Angriff Maceks mit einem Haken – Penalty. Der Youngster behielt die Nerven, traf abgeklärt oben rechts und bejubelte das 2:3. Zwei Roosters-Tore in 35 Sekunden. Jetzt waren die Sauerländer zurück im Spiel.

Das blieb auch nach Wiederbeginn so. Das Pasanen-Team störte wirkungsvoll, traute sich mehr zu, erarbeitete sich durch eine Ross-Aktion die erste Chance, war schon die etwas bessere Mannschaft. Nach 5:48 Minuten doppelte Überzahl des IEC, Busch und Braun saßen draußen, die Schüsse des IEC durch Petersen waren zwar gefährlich, gingen aber bei allen Versuchen am Tor vorbei. Diese Chance also ließen die Roosters liegen, knapp zehn Minuten vor Drittelende aber folgte doch der Ausgleich. Button spielte den weiten Pass auf Sylvester, der vom Außenrand des linken Bullykreises einen Hammer startete und zum 3:3 traf (51.). Sylvester, der Mann, der für Hamill zurück ins Match kam, sicherte den Roosters einen Punkt, denn die Sauerländer arbeiteten sich in die Verlängerung, schafften es vorher allerdings erneut nicht, eine zwei Minuten dauernde Überzahl für sich zu nutzen. Eine Chance verbuchten in dieser Phase die Eisbären, eine die Roosters durch Côté. Weil Tore Fehlanzeige blieben, ging es ins Penaltyschießen. Hier trafen Macek und York für den IEC, Talbots verwandelter Penalty reichte nicht aus. So blieb der Sie am Seilersee.

 

Die Statistik:

Roosters: Lange (ab 22:27 Pickard) – Button, Teubert; Côté, Lavallée; Périard, Raymond; Orendorz – Jaspers, Caporusso, Macek; York, Dupont, Petersen; Friedrich, Blank, Connolly; Ross, Bassen, Sylvester

Eisbären: Vehanen – Braun, Jurcina; Haase, DuPont; Baxmann, Müller; Hördler – Bell, Laurin Braun, Spencer Machacek; Olver, Rankel, Mulock; Busch, Ziegler, Pohl; Talbot, Noebels, Tallackson

Schiedsrichter: Aumüller (Planegg), Piechaczek (Landsberg)

Tore: 0:1 (15:12) Ziegler (Busch, Braun), 0:2 (21:20) Noebels (Talbot, Mulock), 0:3 (22:27) Ziegler (Hördler, Busch), 1:3 (37:03) Connolly (5:4), 2:3 (37:38) Macek (PS), 3:3 (50:41) Sylvester (Button), 4:3 (65:00) York (PS)

PS: Rankel (an TW), Caporusso (an TW), Noebels (Latte), Macek (1:0), Talbot (1:1), York (2:1)

Strafen: Roosters: 0; Eisbären: 12 + 10 (Braun)

Zuschauer: 4.967 (ausverkauft)