27 Nov 2016
Foto: Brockmann

Westderbysieger!!!

Iserlohn Roosters – Kölner Haie 3:2 n.P. (0:1/2:0/0:1)

Iserlohn – Dieser doppelte Punktgewinn ist hoch verdient. Dank einer fehlerfreien Leistung in eigener Halle erkämpfen sich starke Iserlohn Roosters ein 2:2 nach regulärer Spielzeit, gewinnen das abschließende Penatlyschießen und sichern sich den Sieg im zweiten Westderby der Saison gegen den KEC.

Wieso die Sauerländer nach 20 Minuten 0:1 hinten lagen, werden sie sich in der Kabine selbst gefragt haben. Ein Angriff, unscheinbar von Hager und Gogulla eingeleitet, brachte eine Scheibe vor’s Tor, Salmonsson in Scheibenbesitz zog aus der Drehung ab und traf 2:37 Minuten vor Drittelende zur Führung. Bis dahin war es ein ausgeglichenes, hart umkämpftes Westderby mit allem, was Eishockey so schön machen kann. Einzig die Tore fehlten, auch weil die Defensivformationen beider Mannschaften so unglaublich wenig zuließen. Den ersten Akzent setzten die Roosters im zweiten Powerplay, als Turnbull wegen einer Rangelei mit Button vom Eis musste und die Blau-Weißen den Kasten von Gustav Wesslau zum ersten Mal unter Dauerfeuer nahmen. Das gelang auch den Haien in zwei ´Fünf-gegen-Fünf`-Momenten vor Mathias Lange. Dann fiel der Treffer und das Pasanen-Team schaltete einen Gang höher. Zwei Mal hätte Blair Jones vor und hinter dem Tor der Kölner den verdienten Ausgleich erzielen können, die Gäste aber waren im Glück und gingen mit dem knappen Vorsprung in die Kabine.

Das sollte sich im Mittelabschnitt ändern. Die Roosters arbeiteten noch ein wenig konsequenter in der eigenen Defensive und der neutralen Zone, entwickelten sich mehr und mehr zur besseren Mannschaft. Fehler suchte man im Spiel der Sauerländer weiterhin vergeblich, gerade auch deshalb verdiente sich der IEC die Wende im Match. Die 31. Minute: Kurz nachdem Wruck zum ersten Mal Wesslau gefährlich geprüft hatte, fuhren die Waldstädter den nächsten gefährlichen Angriff auf den Kasten des schwedischen Topgalies. Im Powerplay sah Pikkarainen Blair Jones an der blauen Linie, der per Schlagschuss den verdienten Ausgleich erzielte. Es war ein Treffer der inspirierte, denn die Überlegenheit des IEC wurde noch eine Nuance größer. Auch deshalb war Shevyrin sechs Minuten später nur per Foul von Christian Ehrhoff vor dem Kölner Tor zu stoppen. Die Unparteiischen entschieden auf Strafe, danach auf Penalty und den verwandelte Shevyrin mit seinem ersten DEL-Treffer seiner Karriere – über der Stockhandseite schlug die Scheibe im Kölner Tor ein. Anschließend beide Teams noch einmal in Über- und Unterzahl unterwegs, weitere Treffer aber fielen vor der zweiten Pause nicht.

Bemerkenswert fokussiert der Roosters-Start nach der Pause, denn weiterhin spielten die Iserlohner mit der Kölner Top-Mannschaft auf Augenhöhe, überstanden vier Unterzahlminuten nach vermeidbaren Strafen souverän und knüpften anschließend wieder nahtlos ans gute Spiel an, bekamen viel Unterstützung von den Rängen. Die Haie schienen abgemeldet, waren sich aber weiterhin ihrer individuellen Klasse bewusst, die sie acht Minuten vor dem Ende noch einmal ausspielten. Einen Hager-Schuss konnte Lange noch abprallen lassen, der Rebound aber kam genau auf Ehrhoffs Schläger, der ungedeckt zum Ausgleich traf. Fischer und Caporusso hatten knapp drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit Chancen im Doppelpack, brachten die Scheibe aber nicht an Wesslau vorbei. Deshalb ging es nach 60 Minuten in die Verlängerung, die ´Drei-gegen-Drei` gespielt, dem Pasanen-Team erneut hervorragend gelang. Jones und Halischuk prüften Wesslau, Hager und Ehrhoff versuchten es gegen Mathias Lange. Tore blieben aber Fehlanzeige, so dass an diesem Nachmittag das Penaltyschießen den Sieger ermitteln musste. In der siebten Runde traf Iserlohns Blair Jones, vorher war Kölns Ryan Jones an Mathias Lange gescheitert.

 

Die Statistik:

Roosters: Lange – Larsson, Pikkarainen, Milam, Périard; Fischer, Button – Jaspers, Jones, Ross; Bassen, Halischuk, Caporuso; Dziurzynski, Rallo, Wruck; Friedrich, Shevyrin, Blank; Kahle

Haie: Wesslau – Zerresen, Potter; Ehrhoff, Lalonde; Eriksson, Müller; Sulzer – Hager, Gogulla, Salmonsson; Hospelt, Reinhart, Jones; Boucher, Byers, Krämmer; Latta, Uvira, Turnbull

Schiedsrichter: Rohatsch (Kempten), Schimm (Waldkraiburg)

Tore: 0:1 (17:23) Salmonsson (Gogulla, Hager), 1:1 (30:23) Jones (Pikkarainen, Wruck/5:4), 2:1 (36:40) Shevyrin (PS), 2:2 (51:41) Ehrhoff (Hager, Salmonsson), 3:2 (65:00) Jones (PS)

PS: Blank (1:0), Reinhart (1:1) Rallo (an TW), Gogulla (an TW), Jones (an TW), Hospelt (an TW), Hager (an TW), Halischuk (vorbei), Reinhart (an TW), Blank (an TW), Turnbull (an TW), Jaspers (an TW), Jones (an TW), Jones (2:1)

Strafen: Roosters: 12 + 10 (Ross); Haie: 12 + 10 (Potter)

Zuschauer: 4.967