22 Jan 2018
Foto: Sven Peter

Keine Punkte in Fischtown

Fischtown Pinguins Bremerhaven – Iserlohn Roosters 4:3 (3:1/0:0/1:2)

Bremerhaven – Trotz eines Comebacks im letzten Drittel mussten die Iserlohn Roosters die Heimreise aus Bremerhaven ohne Punkte antreten. Nach einem 0:3-Rückstand kam das Team zurück ins Match, schaffte den Ausgleich, um nach einer Strafe, die lange diskutiert werden wird, doch noch mit 3:4 zu verlieren.

Unverkennbar war, die Roosters starteten mit einem Plan ins erste Drittel an der Nordsee. Allein die Umsetzung bereitete Schwierigkeiten. Das galt noch nicht in den ersten fünf Minuten, da waren die Sauerländer sogar die bessere Mannschaft, die aber immer mehr Schwierigkeiten hatte, den Puck aus der eigenen Zone zu bringen. Statt einfach und auf direktem Weg, suchten die Blau-Weißen nach der komplizierten Lösung. Offensiv riskierte das Team nicht zu viel, hätte aber von mehr Zurückhaltung profitiert, so wie beim 0:1. Mit drei Spielern tief im gegnerischen Abschnitt unterwegs, fährt Bremerhaven den Konter, Larsson rutscht unglücklich in der neutralen Zone aus, Dejdar trifft (7.). Vier Minuten später, Fishtown ist wieder im Roosters-Drittel unterwegs, schießt Urbas von der rechten Seite auf den Kasten – 2:0. Anschließend haben auch die Sauerländer zwei gute Gelegenheiten, unter anderem durch Down, dessen Rückhandschlenzer genau in der Fanghand von Keeper Pöpperle landet. Dann muss Rumble wegen eines hohen Stocks auf die Strafbank. Die Iserlohner riskierten erneut zu viel, nächster Konter, diesmal in Unterzahl – 0:3. Mauermanns Treffer sollte ein Nackenschlag sein, wirkte aber als Weckruf, denn von diesem Moment an, kam das Daum-Team wieder besser ins Match. Zwar verstrich die restliche Überzahl ungenutzt, dann aber traf der frei stehende Caporusso nach einem guten Diagonalpass von Martinovic zum 1:3 (17.). Weil die Roosters aber kurze Zeit später mit einem Mann zu viel auf dem Eis standen, gab es statt eine Bankstrafe statt Aufholjagd, die in den Mittelabschnitt verschoben werden musste.

Zwar überstanden sie die Unterzahlsekunden zu Beginn und später eine Hinausstellung gegen Turnbull, der Anschlusstreffer blieb den Roosters aber auch versagt. Zwar hatten sie im Mittelabschnitt ein paar 3:2-Kontersituationen, zusätzlich Schussoptionen, zum Beispiel von Larsson, einbringen wollte aber alles nichts. Die bessere Mannschaft waren die Gastgeber, die die Partie offensiv kontrollierten, die Waldstädter in der eigenen Zone teils einschnürten und unter Druck setzen. Salmonssons Pass von außen auf Turnbull in der Mitte, knapp sechs Minuten vor dem Ende, wäre das zweite Roosters-Tor wert gewesen, Turnbull aber traf die Scheibe nicht.

Der Schlussabschnitt. Bremerhaven wollte da weitermachen, wo es aufgehört hatte, die Roosters aber hielten dagegen und bekamen diesen einen Moment. Pass von Weidner aus der eigenen Zone auf Friedrich, der startet durch, hat den 1:0-Konter, überlistet Pöpperle und bringt die Scheibe unter das Dach des Bremerhavener Tores. Es war der Augenblick, der den IEC zurück ins Match brachte. Plötzlich liefen die Iserlohner Schlittschuh, machten Druck und erzwangen den Ausgleich, 136 Sekunden später. Diesmal traf Combs aus unmöglichem Winkel, sorgte für das 3:3 (47.). Anschließend überstanden die Roosters zwei Unterzahlsituationen, Bremerhaven war wieder am Drücker hatte drei, vier hervorragende Gelegenheiten zur erneuten Führung, die Scheibe aber fand nicht den Weg ins Iserlohner Tor. 2:28 Minuten vor dem Ende kassiert Weidner eine weitere Strafe wegen hohen Stocks. Eigentlich hatte der Deutsch-Kanadier nur auf das gegnerische Tor geschossen, am Ende aber landete sein Schläger im Gesicht des Gegners, der unverletzt blieb. Ein diskussionsfähiger Moment. Newbury traf im Powerplay, Bremerhaven führte mit 4:3. Anschließend waren die Sauerländer sauer, leisteten sich mit zu viel Engagement zwei weitere Strafminuten und konnten nicht mehr ausgleichen, fuhren ohne Punkte nach Hause.

 

Die Statistik:

Pinguins: Pöpperle – Lavallée, Rumble; Lampl, Bergman; Jensen, Moore; Bronson Maschmeyer – Nehring, Newbury, Urbas; Quirk, Owens, Hoeffel; Bast, George, Mauermann; Schwartz, Dejdar, Svensson

Roosters: Dahm – Larsson, Eklund; Schmidt, Orendorz; Fischer, Martinovic; Shevyrin – Weidner , Florek, Friedrich; Jaspers, Costello, Combs; Down, Brown, Caporusso; Turnbull, Blank, Salmonsson

Schiedsrichter: Bauer (Nürnberg), Hurtik (Bad Nauheim)

Tore: 1:0 (06:27) Dejdar (Svensson, Schwartz), 2:0 (10:26) Urbas (Newbury), 3:0 (11:21) Mauermann (Bast/4:5), 3:1 (16:25) Caporusso (Martinovic, Down), 3:2 (44:00) Friedrich (Weidner, Florek), 3:3 (46:09) Combs, 4:3 (58:44) Newbury (Rumble, Urbas/5:4)

Strafen: Pinguins: 4; Roosters: 16

Zuschauer: 4.571